Was ist das Problem?
Der männliche Körper ist seit Jahrzehnten der implizite Referenzpunkt der Sportwissenschaft. Frauen sind in Studien unterrepräsentiert, ihre Physiologie wird selten in der Tiefe erforscht, die ihrer Lebensrealität entspricht. Empfehlungen zu Training, Ernährung und Regeneration basieren in vielen Bereichen auf männlichen Referenzdaten und werden dann unhinterfragt auf alle übertragen.
Unser Ziel
Eine moderne Sportwissenschaft sollte den Menschen in seiner Gesamtheit betrachten und unterschiedliche körperliche sowie soziale Realitäten im Sportkontext berücksichtigen. Ziel ist eine evidenzbasierte Praxis, die Gesundheit, Sicherheit und faire Bedingungen für alle Athlet:innen in den Mittelpunkt stellt — unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Körperbild.
Intersektionalität im Sport
Gesundheitserfahrungen und Sportteilhabe werden durch viele ineinandergreifende Faktoren geformt — Geschlecht, Race, Klasse, Sexualität. Wer wann gesehen, gefördert oder ausgeschlossen wird, ist keine zufällige Frage, sondern Ergebnis dieser Strukturen. Intersektionalität bedeutet, diese Überlagerungen ernst zu nehmen, statt einzelne Achsen isoliert zu betrachten.
Simpkins et al. (2022) · Thorpe et al. (2023)
Hormone & Tabus
Der Menstruationszyklus ist ein komplexer bio-psycho-sozialer Prozess. Im Sport wird er noch nicht überall offen thematisiert, und der Umgang damit hängt stark vom jeweiligen Umfeld und den individuellen Erfahrungen der Athlet:innen ab. Wenn der Zyklus nicht mitgedacht wird — sei es in der Trainingsplanung, der Diagnostik oder der Versorgung — entsteht eine systematische Lücke in dem, was wir über Belastung und Erholung wissen.
Herzberg et al. (2017) u. a.
Was hier in den nächsten Wochen passiert
Wir machen eine Serie, die diese Lücken sichtbar macht und kritisch beleuchtet — von Forschungslücken über die Rolle von Hormonen bis zu intersektionalen Perspektiven auf Leistung und Gesundheit. Folgt uns auf Instagram, schickt Themenwünsche und bringt eure Fragen ein.